Joachim Bandau

Frühe gelbe Aquarelle

14.06. - 21.07.07

 

Neben den Schwarzaquarellen des 1936 in Köln geborenen Künstlers Joachim Bandau entstehen seit den frühen 90er Jahren auch die gelben Aquarelle. Sie werden in dieser Ausstellung zum ersten Mal als gesamter Werkkomplex präsentiert.
Wie auch bei den Schwarzaquarellen kann man sie als Zeichnungen betrachten, die aus dem Verständnis des Künstlers als Bildhauer resultieren. Mit extrabreiten japanischen Haarpinseln fährt Bandau mit meditativ langsamen Strichen über die raue Oberfläche des zum Teil handgeschöpften schweren Büttenpapiers. Bis zu 20 Tuscheschichten werden übereinander gesetzt. Hierbei variieren die Aquarelle zwischen leuchtend gelb, graugelb bis hin zu dunklen Arbeiten, bei denen das Gelb nur noch an wenigen Stellen durchscheint. Das Schichten der einzelnen Flächen erfordert langsames und äußerst konzentriertes Arbeiten. Dabei verdichten sich die Pigmente von Ebene zu Ebene. Je mehr Farbschleier übereinander liegen, umso schwieriger ist es festzustellen, welcher darüber und welcher darunter liegt. Einige der Farbebenen scheinen zu kippen, was den Aquarellen eine faszinierende Tiefe gibt. Die Grundelemente aller Blätter sind Flächen. Linien entstehen lediglich als Resultat eines aufgetragenen Farbfeldes – in Form von Pigmentstaub an den Rändern der Farbflächen. Wo die Flächen aneinander stoßen, sich überlagern und auffächern, und sich wieder ineinander verschachteln, öffnen sich transparente Bildräume von architektonischer Qualität: Wände, Räume, Gänge oder Fenster aber auch Assoziationen zeit-räumlicher Abläufe werden geweckt.